USA droht Abwertung durch Rating-Agenturen

Nach der Krise ist vor der Krise. Dieses Sprichwort gilt auch in der derzeitigen wirtschaftlichen Stituation. Die Finanzkrise - also primär die Krise der Banken - ist vorbei, die Situation hat sich stabilisiert und die Gesamtwirtschaft wächst wieder.

Doch damit sind eben nicht alle Sorgen vom Tisch. Denn die Staaten haben als Gegenmaßnahme gegen die Wirtschaftskrise massiv Geld ausgegeben um die Nachfrage anzukurbeln. Quasi jeder Staat hat dabei seine ohnehin schon vorhandenen Staatsschulden noch viel größer gemacht.

Bei vielen Staaten wurden bereits Zweifel an deren Zahlungsfähigkeit laut. In der Eurozone traf dies erst Griechenland, und dann später auch noch Irland und Portugal. Erst ein “Rettungsschirm”, bei denen andere Staaten für diese Schulden haften, konnte die Anleger beruhigen.

Beunruhigende Nachrichten kommen jetzt auch aus den USA. Die Amerikaner sind schon lange für ihre Schulden bekannt, aber durch die zahlreichen Kriege im arabischen Raum und die Gegenmaßnahmen gegen die Wirtschaftskrise sind diese Schulden in den letzten Jahren dramatisch angestiegen.

Das Resultat: erstmals hat heute eine der drei großen Rating-Agenturen, die mit ihren Ratings einen großen Einfluss auf die Wirtschaft haben, eine Abwertung der USA in Aussicht gestellt. Laut Standard & Poor’s könnte die USA im Laufe der nächsten beiden Jahren ihr bisheriges AAA-Rating verlieren. Die Auswirkungen wären höchst unerfreulich: denn dann steigen die Zinsen für die Staatsschulden und der Schuldenstand wird unter der Zinslast weiter steigen.

Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass die US-Regierung die Einschätzung von S&P scharf zurückgewiesen hat. Der Ausblick würde die Fähigkeiten der US-Führung unterschätzen. Dennoch ist jedem klar, dass die USA ihren Schuldenstand reduzieren muss, um nicht in eine Abwärtsspirale zu geraten. Die Börsen reagierten heute bereits negativ und schlossen allesamt im Minus ab.

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18.04.2011

Börse 2.0 - Onlineportale verändern Sekundärmarkt

Dotcom-Blase im zeitlichen VerlaufDas Platzen der Dotcom-Blase ist mittlerweile mehr als 10 Jahre her. Die neu gegründeten Internet-Unternehmen konnten in vielen Fällen nicht den Erwartungen gerecht werden und viele davon sind heute bereits wieder in Vergessenheit geraten.

In den letzten Jahren sind die Unternehmensbewertungen von Web-Startups jedoch wieder in die Höhe geschossen. Manche der “Web 2.0”-Portale wie Twitter haben bisher noch kein erfolgreiches Geschäftsmodell etabliert (es dürfte jetzt jedoch in Richtung des Verkaufs von Daten gehen) und werden dennoch auf einen Wert von mehreren Milliarden Dollar geschätzt (konkret wurden angeblich schon 10 Milliarden Dollar geboten) — rein auf Basis des Potentials. Facebook ist schon weiter, hat 2010 einen Nettogewinn  von immerhin 355 Millionen Dollar erwirtschaftet und wird dafür schon von Investoren und Analysten mit über 50 Milliarden Dollar bewertet.

Die Warnungen vor einer neuen Dotcom-Blase 2.0 sind nicht zu überhören - den Investoren scheint das aber nicht wirklich große Sorgen zu machen. Sie sind auch vom dauerhaften kommerziellen Erfolg überzeugt. Was bei Facebook durchaus realistisch erscheint muss jedoch nicht für alle Plattformen gelten.

Interessant ist aber auch, wie diese Unternehmen gehandelt werden. Während sich der Xing-Konkurrent LinkedIn offiziell auf einen Börsegang vorbereitet, scheuen andere Unternehmen noch vor diesem Schritt zurück. Mit dem öffentlichen Handel an der Börse sind zusätzliche Offenlegungspflichten und Einschränkungen in der Unternehmenspolitik verbunden. Mit einem Börsegang gehen viele Vorteile eines dynamisch Startups mit schnellen Entscheidungsprozessen verloren. Shareholder-Value wird dann mitunter wichtiger, als die urprüngliche Vision hinter dem Unternehmen. Um dennoch an Kapital zu kommen, werden Unternehmensanteile über den Sekundärmarkt gehandelt.

Die Aktien der Unternehmen werden nicht öffentlich, sondern nur privat gehandelt. Diese gehen dabei direkt vom Vorbesitzer zum Käufer über. Ein Großteil der verfügbaren Aktien ist dabei momentan in Händen von Mitarbeitern der Unternehmen. Diese handeln ihre Anteile - passend dazu, dass es sich ja um Mitarbeiter von Internetunternehmen handelt - über neue Onlineportale.

Dabei haben sich SecondMarket und SharesPost als führende Anbieter hervorgetan. Die Sekundärmarkt verändert sich, es kommen neue Handelsplattformen 2.0 hinzu. Diese verdienen ihr Geld über Provisionen, etwa 3 bis 5% sind dabei üblich. Besonders begeht sind derzeit vor allem Facebook, Twitter, Groupon, Zynga (nicht jedem bekannt, und dennoch mit 7-9 Milliarden bewertet), Dropbox und LinkedIn. Wie lange das so sein wird, und ob wir nach der Börse 2.0 auch eine Blase 2.0 sehen werden, wird die Zukunft zeigen …

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10.04.2011

Euroraum-Leitzins auf 1,25% angeboben

Die Nachricht überrascht kaum einen Beobachter des Finanzmarkts. Eine Anhebung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank (EZB) wurde ohnehin schon erwartet. Wie von den meisten Analysten prognostiziert wurde die Leitzins diese Woche von 1,00% um 25 Basispunkte auf 1,25% angeboben.

Das bedeutet, dass die Banken ab sofort 1,25% für von der Zentralbank geliehenes Geld bezahlen müssen. Kreditnehmer wie Unternehmen und Privatpersonen zahlen natürlich höhere Zinsen, bedingt durch Risikoaufschlag und die Gewinnspanne der Bank.

Die Nachricht ist für Kreditnehmer unerfreulich, denn Kredite verteuern sich. Für Sparer hingegen ist dies eine gute Nachricht, sie bekommen mehr Zinsen für ihr Geld am Sparbuch und für Tagesgeld - allerdings nur wenn die Banken die höheren Zinsen auch wirklich weitergeben, was nicht automatisch geschehen muss. Auch Konsumenten können sich durchaus freuen, denn die Inflation wird dadurch zumindest verlangsamt.

Kaum wurde die Erhöhung des Leitzins offiziell gemacht, gibt es auch schon erste Spekulationen über eine weitere Anhebung im Laufe des Jahres. Denn durch die bessere Wirtschaftslage und die hohen Staatschulden droht eine hohe Inflation. Hier gilt eben eine Zinserhöhung als das einfachste Gegenmittel. Allerdings wurde auch schon diesmal kritisiert, dass die Zinserhöhung möglicherweise zu früh kommt, und das Wirtschaftswachstum bremsen könnte.

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09.04.2011

EZB wird Leitzins voraussichtlich anheben

Am Donnerstag fällt die Europäische Zentralbank eine Entscheidung über den Euro-Leitzins. Der Leitzins hat Auswirkungen auf die Zinsen bei Spargutgaben und Krediten. Allgemein wird eine Anhebung der Leitzinsen  auf rund 1,25% erwartet.

Die Zeit des billigen Geldes könnte damit wieder vorbei sein. Die extrem niedrigen Zinsen, welche das Wirtschaftswachstum während und nach der Finanzkrise wieder ankurbeln sollten, sind nicht mehr notwendig. Das aktuelle Problem ist keine schrumpfende Wirtschaft sondern die Angst vor einer hohen Inflation.

Ein hoher Leitzins hat eine dämpfende Auswirkung auf die Inflation. Die Verteuerung von Konsumgütern könnte durch einen höheren Leitzins eingebremst werden.

Ebenso ist die bevorstehende Maßnahme der EZB für Sparer positiv. Fürs Sparbuch und Tagesgeld gibt es damit höhere Zinsen. Die umgekehrte Seite der Medaille werden die Kreditnehmer erleben. Günstige Kredite werden bald passé sein, die Kreditzinsen verteuern sich damit ebenfalls.

Prekär an der Lage ist, dass verschiedene Staaten der Eurozone unterschiedliche Bedürfnisse haben. Die Schuldenstaaten wie Griechenland, Irland und Portugal können steigende Zinsen nicht gebrauchen - denn ihre Kreditzinsen steigen. Andere Staaten stehen hingegen relativ gut da und willen Maßnahmen gegen die Inflation sehen.

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06.04.2011

Kredit-Kompass 2010: Zahl der Kleinkredite steigt

Die SCHUFA ist für viele Kreditnehmer ein Ärgernis. Nicht grundlos wird wird oftmals nach einem Kredit ohne Schufa gesucht. Doch der Datenaustausch mit der Auskunftei hat auch einen positiven Nebeneffekt: derart können interessante Statistiken rund um die Kredit-Aufnahme der Deutschen zusammengestellt werden. Den sogenannten Kredit-Kompass, der nun für das Jahr 2010 veröffentlicht wurde.

Im Jahr 2010 nahm demnach der durchschnittliche Deutsche einen Kredit in Höhe von 7099 Euro auf - und damit um rund 400 Euro weniger als im Jahr davor. Das ist primär wohl darauf zurückzuführen, dass 2009 mehr Menschen einen Kredit aufgenommen haben, um ein Auto zu kaufen (und die damals versprochene Abwrackprämie zu kassieren).

Positiv für die Kreditgeber ist: 97,5% der Kredite werden auch rechtzeitig zurückgezahlt - damit liegt der Anteil in Deutschland höher als in anderen Ländern. Die verbleibende Quote von 2,5% nicht pünktlich zurückgezahlten Beträgen bei Konsumkrediten blieb dabei in den letzten 5 Jahren ziemlich konstant. Selbst während der Finanzkrise erwiesen sich die Deutschen als gewissenhafte Kreditnehmer.

Bemerkenswert ist aber noch ein anderes Faktum: immer mehr Deutsche nehmen einen Kredit auf und verschulden sich. Dafür sind die aufgenommenen Beträge aber zunehmend Kleinbeträge. Die Zahl der Kleinkredite und Kleinstkredite unter 1000 Euro wächst. Der durchschnittlich geliehene Betrag sank von 7896 auf 7099 Euro.

Bemerkenswert ist auch, dass die meisten Kreditnehmer aus der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen sind. Die höchste Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls gibt es aber - wenig überraschend - bei den unter 30-Jährigen, die oft noch am Beginn ihres Berufslebens stehen und somit auch ein niedrigeres Einkommen haben.

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02.04.2011

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